Projekte im Detail: Großes Haus sieht klein aus

Programm: Einfamilienhaus
Bauherr: privat
Ort: Berlin-Kleinmachnow
Größe: 140 m² Wohnfläche
Bauzeit: Juni 2003 – Feb. 2004

Ein Einfamilienhaus in Kleinmachnow
Die geographische Orientierung des Grundstücks lässt den rückwärtigen Garten im Osten liegen. Um einen gleichzeitigen Bezug sowohl zum Garten als auch zum westlichen Abendlicht für den Wohnbereich zu gewährleisten, müsste dieser „L-förmig“ von der Ost-West-Richtung des Hauptfirstes abgewinkelt werden.
Die örtliche Bauverwaltung schloss aber mit dem Hinweis auf die Anpassung an die Umgebung eine solche „L-förmige“ Anordnung der Firstlinie aus. Diese Vorgaben sollten eigentlich die Realisation der von den Bauherren gewünschten Wohnbedürfnisse ausschließen.

Der vorliegende Entwurf zeigt, dass sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema stets Mittel und Wege finden, die eine Lösung auch unter solch schwierigen Bedingungen bieten. Um die Proportionen der umliegenden Siedlerhäuser aufzunehmen, wurde das gesamte Volumen in drei, mit der Maßstäblichkeit der Umgebung harmonierende Bauteile gegliedert: das Sockelgeschoß, das deutlich abgesetzte Dachgeschoß und der untergeordnete Seitenflügel.
Das eindeutig dominierende Satteldach erzeugt ein Bild, das an den formalen Ausdruck der giebelständigen Einfirsthäuser der Nachbarschaft anknüpft.
Mit einem Materialwechsel, mit einer durch große Fenster erzeugten Transparenz und mit einer zurückgesetzten Attika ordnet sich der Seitenflügel unter und, weit in das Grün des Garten ausgesetzt, bildet sich ein gewisser atmosphärischer Kontrast zum Haupthaus. Hier der helle, in seiner Offenheit ganz der Natur zugeordnete Raum der Ruhe, dort eine wohnliche Stimmung, die sich ganz auf das kommunikative Miteinander der Familie konzentriert.