Projekte im Detail: Atriumhaus II

Programm: Einfamilienhaus
Bauherr: privat
Ort: Berlin-Kladow
Größe: 155 m² Wohnfläche
Bauzeit: Sept. 2004 – Juni 2005

Umgekehrte Lichtführung – viel Licht im Atriumhaus II
Hohe Decken, hohe Fenster, spannende Raumfolgen und ein großzügiger Grundriss – eben eine Altbauwohnung! Unsere Bauherren wohnten in der Stadt und wussten auch deren Vorzüge zu schätzen. Aber wegen der drei Kinder sollte es raus „ins Grüne“. Diese Raumprinzipien sollten auf das neue Einfamilienhaus angewendet werden.

Berlin- Kladow liegt am westlichen Rand der Stadt und war eines der wenigen ländlichen Gebiete Westberlins. Noch heute sprechen viele Bewohner selbst von ihrem „Dorf“. Das Bild dominieren kleinere bis mittlere Einfamilienhäuser.

Hohe, märkische Kiefern prägen die Siedlung und liefern mit ihren graphisch anmutenden, kahlen Stämmen eine beruhigende Konstante. Zwischen schlanken Schatten streift das Licht die Landschaft.

145 Quadratmeter Wohnfläche auf zwei Vollgeschossen ergeben für diesen Ort einen vergleichsweise großen Baukörper. Um nicht mit schierer Größe aus dem Rahmen zu fallen, musste die Kubatur in zwei ineinander geschobene Quader gegliedert werden. Die Überschneidung der beiden Körper erfolgt am Schwerpunkt des Grundrisses. Hier ist das Zentrum. Hier schaufelt ein über beide Obergeschosse reichendes „Atrium“ das Tageslicht in das Innerste des Hauses. Hier treffen sich die Bewohner. Um dieses Atrium gruppieren sich alle Räume.

Wir sprechen von einer „umgekehrten Lichtführung“. Dort, wo man den dunkelsten Bereich des Hauses vermutet – in der Mitte des Hauses, ist das meiste Licht. So wirkt der Grundriss noch großzügiger. So werden die Räume hell ohne über große Öffnungen allzu viele Einsichten zu gewähren.

Schmale, hochformatige Fenster komplettieren die vertikale Vorgabe der Kiefernstämme im Garten. Die tiefen Leibungen des monolithischen Ziegelmauerwerks konzentrieren den Blick auf die Abbildung des Außenraums und ersparen schräge Einblicke von der Straße. Das gitterartige Lochbild der Fassade lotet die Grenze zwischen klassischer Erscheinung und abstraktem Raster aus.

Die gemeinsam genutzten Räume im Erdgeschoss fließen ineinander über. Das Esszimmer in unmittelbarer Nähe der Küche führt zur Terrasse. Das Wohnzimmer, über zwei herabsteigende Stufen vom Rest differenziert, erreicht eine Deckenhöhe von etwas mehr als drei Metern.

Massive Brüstungen leiten die Wege im Obergeschoss. Sie führen zu den vier Individualräumen. Die drei Kinderzimmer sind exakt gleich groß und weisen alle nach Süden in den Garten. Das etwas größere Schlafzimmer und das Bad sind an der nördlichen Seite angeordnet.